Filmschaffende
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In jungen Jahren sieht man nur die Stars und denkt dabei oft gar nicht daran, daß hinter all den geliebten Filmen oft ein ganzer Stab an Künstlern steckt. Seltsamerweise war für meine Schulfreunde und mich, schon als wir noch Kinder waren, der Name Harald Reinl ein Begriff, hatte er doch für uns diese wunderbaren Karl-May-Filme geschaffen. Schon mit etwa zehn Jahren kamen dann Alfred Hitchcock, John Ford, Terence Young und Alfred Vohrer namentlich als Regisseure hinzu. Bei Kameramännern wie Ernst W. Kalinke bewunderte ich die Breitwandeinstellungen, die einfallsreichen Schwenks und die rasanten Kamerafahrten. Bei Karl Löbs Filmen hingegen begeisterte mich immer die traumhaft atmosphärische Ausleuchtung, die selbst in den sechziger Jahren Schwarzweißfilme nicht altmodisch wirken ließ. Drehbuchschreibern hingegen maß ich bei weitem nicht so eine Bedeutung bei wie Schriftstellern, denn Literaturverfilmungen fanden in den sechziger Jahren noch große Anerkennung, und auch ich liebte sie sehr und laß oftmals sogar erst die Bücher, nachdem ich den Film gesehen hatte. Dann waren da zuletzt noch die Filmproduzenten, bei denen wir als Kinder auch schon immer unsere zwei großen Deutschen, Artur Brauner und Horst Wendlandt, kannten, die uns aber oft auch Rätsel aufgaben. So zum Beispiel bei dem Karl-May-Film „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten", wo auf einmal Artur Brauner namentlich als Produzent auf dem Filmplakat aufgeführt war, was bei einem Winnetou-Film unseres Wissens überhaupt nicht sein konnte. Um dieses und viele andere Rätsel zu klären, suchte ich später den Kontakt
zu eben diesen Filmschaffenden, denn nur diese Spezialisten sind es, die
eigentlich befriedigend Hintergrundinformationen vermitteln können. Let´s
make a movie! Einige Anekdoten* können Sie lesen unter: *... aus meiner Autobiographie von 2004 |
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1) Ernst W. Kalinke 2) Helmuth Ashley 3) Franz Xaver Lederle 4) Bernd Eichinger 5) Franz Josef Gottlieb 6) Eva Ebner 7) Artur Brauner 8) Joachim Giel |
9) Heinz Hölscher 10) Ray Harryhausen 11) Robert Wise 13) Mörderischer Plan 14) Erik Schumann 15) Yvonne De
Bark
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17) Hans von Borsody und Brigitte Grothum 18) Familie Grothum und 19) Pinkas Braun 20) Simon Thaur und
21) die "Lumpi" 24) Michael Ballhaus und ... 25) Roger Corman
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1) Ernst W. Kalinke (der Kameramann von Harald Reinl) und meine Henny
1985. Kalinke: „Ich sage Ihnen jetzt etwas, was Sie bestimmt irritieren wird,
Lex Barker war gar kein Schauspieler, sondern ein Darsteller." Da ich das
auch immer so gesehen hatte, sagte ich nur: „Das weiß ich." Kalinke: „Ach
so, wissen Sie, die meisten Filmfans haben ja überhaupt keine Ahnung, was sich
hinter den Kulissen abspielt." Ich: „Also was Sie betrifft, so weiß ich,
daß Sie in ,Der Schatz im Silbersee‘ (1962) eine Brandfackel an die Wange
bekamen, in ,Die Schlangengrube und das Pendel‘ (1967) von Pferden überrannt
wurden ... und, und, und." „Ach", staunte er, „das wissen Sie
alles, Sie scheinen sich auszukennen, und ich dachte eher, Sie wären so eine
Art Heile-Welt-Filmfan ... da darf man natürlich nichts kaputtmachen. Na, aber
wenn Sie das alles schon wissen, dann kann ich Ihnen ja auch noch die anderen
Begebenheiten erzählen" (Lex-Barker-Biographie). |
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2) 2001) Für das Edgar-Wallace-Filmbuch „Der Hexer, der Zinker und andere Mörder" bat mich der Autor Christos Tses, ein Interview mit dem Regisseur Helmuth Ashley zu machen, denn der galt allgemein als „sehr schwierig". Ashley war Regisseur von Filmen wie „Das schwarze Schaf" (Heinz Rühmann als Pater Brown) oder „Mörderspiel" und eben dem Edgar-Wallace-Film „Das Rätsel der roten Orchidee". Ashley wohnte in München und war auch mit Martin Böttcher befreundet, was die Sache etwas vereinfachte. Ich rief ihn also an und erklärte ihm, was ich wollte, bat um einen Termin, sprach von Martin Böttcher, aber er war brummig und sehr wortkarg. Da schaltete ich dann immer sehr schnell, ich mußte ihn irgendwie auflockern, bevor er mir letzlich eine Absage erteilen konnte. Ich kombinierte kurz ... Ashley ist Österreicher, und Regisseur Franz Josef Gottlieb (siehe mein Lieblingsregisseur) ist auch Österreicher, das freut ihn bestimmt, etwas von seinem Landsmann zu hören (der ja auch in der „Ferne" arbeitet). Wie gesagt, das Denken am Telefon findet in Sekunden statt, und deshalb redete ich auch frisch drauflos, so in etwa: „Österreicher können immer so gut erzählen ... habe deshalb auch eine Freundschaft zu Franz Josef Gottlieb ... kennen Sie den?" Und jetzt stieg er ein: „Franz Josef Gottlieb, ja, das ist der Mann, der mir meine Frau weggenommen hat." Ich dachte: „Au, nein" und sagte auch: „Au, nein." „Das war Doris Kirchner, die Schauspielerin ... kennen sie die?" polterte er. „Ja", sagte ich zaghaft „das war doch die mit den netten Grübchen." „Ja" fuhr er fort „auf die bin ich auch hereingefallen." Ein paar Tage später wurde es bei ihm zu Hause dann sogar noch ein mehr als informatives Interview („... das mit meiner früheren Frau konnten Sie ja nicht wissen"). Zum Abschluß, als ich noch ein Foto von ihm machen wollte (zur Dokumentation), erschrak er fast: „Nein, doch nicht hier im Sessel, ich kann doch noch stehen ... da vor dem breiten Schrank, der macht sich gut auf dem Bild."
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3) 2000) Franz Xaver Lederle war unter anderem der Kameramann des Edgar-Wallace-Films „Das Rätsel der roten Orchidee" (1961) und der Jerry-Cotton-Fälle 4 - 7. Ein sehr angenehmer Menschen, der in Bezug auf Fachfragen grundehrlich, informativ und sehr unterhaltsam ist. Sein Sohn Markus, der zwei Wochen beim Film „Mörderischer Plan" (2003) mitgearbeitet hat, ist nicht nur eine echte Stimmungskanone, er kann auch glatt für zwei arbeiten.
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4) 1987) Bernd Eichinger, groß, ganz groß ... der Beste und zudem ein superlockerer Typ. Mit ihm war ich u.a. in der „heut ´ abend"-Sendung bei Joachim Fuchsberger. Auf das Foto mit ihm bin ich recht stolz, denn Barbara Rudnik hat es von uns gemacht. „Und mit mir zusammen willst du kein Foto", sagte sie danach etwas schmollend. Das war auf der NDF-Fete zum 40-jährigen Jubiläum im Regina Hotel.
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5) Mein Lieblingsregisseur (in sympathischer Hinsicht) ist Franz Josef Gottlieb. Hier mit ihm auf dem Edgar-Wallace-Fest 2002 (für uns ein freudiges Wiedersehen nach über zehn Jahren). Eigentlich wollte ich 1987 nur ein Interview mit ihm für meine geplante Lex-Barker-Biographie machen, aber trotz der vielen, vielen Treffen in Hotels und an Drehorten kam es lange nicht dazu. Nach einer ersten Unterhaltung in Hilton-Hotel in München verstanden wir uns so gut, daß ich bald ständig bei seinen Dreharbeiten mit dabeisein konnte. „Der Hexenschuß" (1887) in München, „Jede Menge Schmidts" (1987) bei Salzburg, „Der Landarzt" (1988) in Kappeln, ganz oben, nahe bei Kiel, oder „Ein Schloß am Wörthersee" bei Klagenfurt (1990), das waren seine damaligen Fernseh- arbeiten. Bei den Dreharbeiten zu „Ein Schloß am Wörthersee" (Anfang der 1. Staffel) rief er mich an und sagte: „Wenn du Zeit hast, dann kannst du gerne vorbeikommen, die Schauspieler hier und besonders Roy Black sind alle so depressiv." Am Set sagte er: „Das ist jedesmal das gleiche, wenn du eine Komödie drehst, dann sind die Leute depressiv, aber wenn du etwas Ernstes verfilmst, z.B. so ein Thema wie ,Stalingrad‘, da hören die Leute am Set nicht mehr auf zu lachen." Für mich war das gut, denn ich konnte mich vor allem um Roy Black kümmern. |
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rechts außen) 1965
Gottlieb und Barker bei den Dreharbeiten zu "Durchs wilde Kurdistan" |
Über zehn Jahre hatten Franz Josef Gottlieb und ich uns nicht mehr gesehen. Ich freute mich deshalb sehr, als er zum Edgar-Wallace-Fest 2002 eingeladen wurde, wo ich ein Bühneninterview mit ihm machen konnte. Aber auch hinter den Kulissen hatten wir uns noch eine Menge zu erzählen. Es ist schön, wenn der Lauf der Zeit auch an nur „guten Bekanntschaften" nichts verändert („Ha, ha, ha, na, wie geht´s dir denn, du Bazi", hatte er mir zur Begrüßung gesagt). |
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Er war der letzte Regisseur, den der komplizierte O.W. Fischer (gegen Ende seiner Karriere) überhaupt noch geduldet hat. Und für Komödien oder Schlagerfilme (dumm oder nicht) schaffte er diese „Wunder", nämlich Filmlaien (z.B. Thomas Gottschalk) oder Schlagersänger zusammen mit renommierten Schauspielern agieren zu lassen. Sie verstehen das jetzt nicht ganz? Dann stellen Sie sich die Problematik zweier gegensätzlicher Charaktere und Karrieren vor, die in einer ernsthaften Szene zusammen spielen müßten (etwa: Klaus Maria Brandauer mit Roy Black). Das in etwa ist Gottliebs große Kunst, jedem einfühlsam und glaubhaft zu vermitteln, daß er der Wichtigste in dieser Szene ist. |
Eva Ebner
bandagiert Freddy Vohrer
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Von ihm kenne ich allein schon von meinen Komponisten die wildesten Storys, aber meine eigenen Erfahrungen mit ihm habe ich ab der „Kriminalfilm-Musik No. 4" gemacht. Da ging es um die Musikrechte der „Dr.-Mabuse-Filme", bei denen er den Preis von unerschwinglich hoch bis auf meine „Schmerzgrenze" (nach siebenmonatiger Verhandlung) nachließ. Als ich ihm dann den Betrag überwiesen hatte, kam ein Fax (von Fela Brauner), er würde den vorliegenden Vertrag jetzt unterzeichnen, wenn ich noch mal 500 DM mehr überweisen würde. Die 500 DM hätten jetzt „den Kohl auch nicht mehr fett gemacht", aber allein dieses Nachzocken ärgerte mich. Da schrieb ich sinngemäß: „Nein, ich habe von Ihnen für den bereits überwiesenen Betrag ihre schriftliche Zusage, die ich im Notfall auch mit einem Rechtsanwalt geltend machen würde". Danach wurde mir der unterschriebene Vertrag kommentarlos zugesandt. Als ich dann Artur Brauner später die vertraglich festgelegten CD-Muster schickte, kam ein hocherfreuter Brief von den Brauners zurück, in dem u.a. stand: „... wir würden uns über weitere künftige Aktivitäten von Ihnen sehr freuen." BOMM! Da hat es doch dieser alte Fuchs einfach nur probiert, wie weit er mit mir gehen kann, dachte ich mir, und vielleicht hätte er mich auch gar nicht mehr für voll genommen, wenn ich seinen weiteren Forderungen nachgekommen wäre. So aber habe ich nach diesem versöhnlichen Ende noch einige Produktionen mit CCC-Filmen (u.a. die „Deutsche Filmkomponisten"-CDs) gemacht, und auch zu Martin Böttchers 75. Gebutstag hat er mir für eine Veröffentlichung (in Karl May & Co) folgende sehr private Zeilen für den Komponisten geschrieben:
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Lieber Herr Böttcher, es gibt bekanntlich zwei Sorten von Menschen: die, die einen anziehen, und solche, die andere abstoßen. Ich glaube sagen zu können, dass ich Sie immer mochte, da Sie eine besondere Gabe besitzen, nett und charmant zu sein. Ohne Krawall zu schlagen, ohne überhöhte Forderungen zu stellen, ohne kapriziös zu sein, obwohl Sie doch ein sehr begabter Komponist sind und sich viel auf ihre Fähigkeiten einbilden können. Sie waren einmal ein außerordentlich hübscher Mann - bei einer Frau würde ich den Ausdruck „mal" niemals auszusprechen wagen - und haben natürlich mit der Zeit etwas von Ihrer Schönheit abgeben müssen. Dies ist biologisch bedingt, und wir haben darauf keinen Einfluss. Aber Ihre innere Substanz, die verbindliche Art und Ihr ewiges Lächeln sind unverändert. So nehme ich die Gelegenheit wahr, um Ihnen zu dem nicht besonders erfreulichen, aber wichtigen Geburtstag alles erdenklich Gute zu wünschen. Vor allem, dass Sie physisch und geistig gesund bleiben, noch viele Tantiemen „einheimsen", den Frauen weiterhin den Kopf verdrehen und wenn möglich ohne Viagra auskommen. Bleiben Sie so, wie Sie sind, denn Sie bilden im Kreise der Komponisten eine rühmliche Ausnahme - und zwar in jeder Hinsicht. In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Wünschen Artur Brauner
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8) 1999) Joachim Giel war jahrelang der Kameramann des ZDF in Südafrika, und wir hatten immer viel zu lachen. Er war auch so ein Abenteurer in filmischer Mission und zudem ein großer Karl-May-Fimfreund.
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9) 2001) Kameramann Heinz Hölscher bediente die großen deutschen Kinofilmserien der 60er Jahre mit Filmen wie „Der grüne Bogenschütze" (1960), „Der Ölprinz" (1965), „Winnetou und das Halbblut Apanatschi" (1966) oder dem letzten Jerry-Cotton-Film „Todesschüsse am Broadway" (1969). Na, und einige Anekdoten mit weiblichen Stars gibt´s über ihn auch.
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10) 1986) In München im Elisenhof bein „Festival des Fantastischen Films" erhielt der Tricktechniker Ray Harryhausen die einzige Auszeichnung in seinem Leben! Filmauswahl: „Panik in New York" (1953), „Fliegende Untertassen greifen an" (1956), „Sindbads siebte Reise" (1957), „Herr der drei Welten" (1960), „Jason und die Argonauten" (1963), „Eine Million Jahre vor unserer Zeit" (1966), „Gwangis Rache" (1968).
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11) 1996) Traurig, daß in München solche großen Leute wie Robert Wise
völlig ignoriert werden. Während des Münchner Filmfestes kamen zu ihm oder
zu Regisseur Budd Boetticher (siehe bei 12) keine zehn Leute in die
„Black Box" zum Zuhören. Als wir Robert Wise in die Filmlandpresse
mitnahmen und da auch nur sieben bis acht Leute gekommen waren bzw. Interesse an
ihm zeigten, dachte ich mir: „So eine Schande!" Und auch: „Filmhochschüler,
woher bekommt ihr denn euer Wissen, wenn ihr solche Gelegenheiten für
Fachfragen nicht wahrnehmt?" Robert Wise ist ein Musterbeipiel dafür, wie
vielseitig die Arbeit eines Regisseurs sein kann. Filmauswahl: „Der Tag, an dem die Erde stillstand" (1951), „Laßt mich Leben" (1958), „West Side Story" (1960), „Bis das Blut gefriert" (1962), „Meine Lieder - meine Träume" (1964), „Kanonenboot am Yangtse-Kiang" (1966) ... und er ist der Mann, der Steve McQueen entdeckte. |
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12) Butt Boetticher 1995 Ein wildes Leben - ein grandioser Erzähler! Regisseur vieler guter B-Western |
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13) 2003) Der Film „Mörderischer Plan"
war eine Christos-Tses-Filmproduktion. Lange Ich selbst ließ mich auf vier Wochen Drehzeit rund um den Titisee ein, wobei meine Tätigkeit in Script, Garderobenanschluß, Klappe, Träger und Helfer bei Kamera, Beleuchtung und Ausstattung und seelischer Mülleinmer bestand. Glück und Probleme lagen bei dieser als TV-Krimi geplanten Verfilmung nah beieinander, denn die vier Wochen gab es fast durchgehend Sonnenschein. Das war ein Segen für die finanziell knapp bemessene Produktion, aber oftmals ein Jammer für die „Dienstleistenden". Zum Schluß ist ein solider Film entstanden, der hoffentlich noch seinen Weg zum breiten Publikum finden wird. Filmproduktionsfotos Nr. 13 - 19 2003
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14) Mit Erik Schumann am Set ... ein Klassetyp, er erzählt immer witzige Geschichten, um alle bei Laune zu halten. Er tut dies auch noch eine Minute vor Drehbeginn, was textschwache Kollegen dann in Verlegenheit brachte ... denn er konnte immer seinen Text. Während der Dreharbeiten zu „Mörderischer Plan" hatte ich „zufällig" eine Geliebte, die im Hotel, wo wir alle untergebracht waren, einfach nur ihre Ferien verlebte. Irgendwie war mir das in Bezug auf Erik Schumann dann schon langsam peinlich, denn immer wenn wir uns heimlich trafen oder gerade irgendwo knutschten, stießen wir mit ihm zusammen. Und er grinste oder lachte dabei ständig, und am Set sagte er dann einmal sehr kumpelhaft zu mir: „Richtig, wie du das machst, ich hab´ früher auch nie eine von meinen Partnerinnen ausgelassen."
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15) Unten: Yvonne De Bark mit den zwei Pistolen ... sie selbst war eine echte „Giftspritze", wie die meisten, die gerne ein Star sein würden.
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16) Mit den Filmkommissaren. Während der eine (Ulrich K. Günther) den Musischintellektuellen minmte, ließ der andere Filmkommissar (Luca Maric) immer sein Filmauto aufheulen, und seine Starts waren von derartiger Heftigkeit, daß der eigentliche Besitzer (der Aufnahmeleiter) ab und zu weiß im Gesicht wurde. Die Filmchefin der beiden sollte von Karin Baal gespielt werden, die jedoch ein totaler Ausfall war. Wir waren alle betroffen, als der Regisseur Raul Heimrich und der Produzent Christos Tses sie zum Drehabbruch bewegen mußten. Hoffentlich hatte sie nur einen kurzfristigen Durchhänger, denn so ein Karriereende wünscht man niemandem.
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17) Starfoto am Titisee. Von Links: Hans von Borsody, Yvonne De Bark, Erik Schumann und Brigitte Grothum. Gerade mit den drei „hervorgehoben" Altstars war das Filmen mühelos und zudem auch privat, heiter und unterhaltsam, denn während dieser vier wirklich sehr heißen Wochen im Schwarzwald hätten unnötige Diskussionen, Starallüren, Verspätungen oder ständige Szenenwiederholungen schon sehr an den Nerven zehren können. Auch mit Hans von Borsody (richtig ausgesprochen Borschodi) hatte ich meine freundschaftlichen Ruhepausen, weil ich ihm ab und zu beim Kreuzworträtsel helfen konnte. Es schien ihm auch zu gefallen, daß ich so viel über ihn wußte, aber es war für mich nicht schwer, seine Rollen in Erinnerung zu behalten, war er doch „mein" Clif Dexter und Robin Hood gewesen.
Mit Hans von Borsody und seiner Frau (in der „Mordvilla") |
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18) Links: Herr Pfarrer Grothum. Für die Kapazität, die er ist, ist er ein unglaublich sympathischer und ruhiger Mensch. „Na, na, i bin nit immer so ruhig ... i ko a narrisch wern!" ... und eine zauberhafte Deborah Grothum (links unten) ... des weiteren bei den Dreharbeiten dabei Sohn Grothum und Hund Grothum ... eine tolle Familie! |
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Einmal auf die Edgar-Wallace-Filme angesprochen, sagte er mir: „Ich kann mir diese Filme von mir nicht mehr ansehen ... damals, als ich noch so ein Kindergesicht hatte." Fragen Sie mich jetzt nicht, warum ich an Franz Josef Gottlieb diese Aussage von ihm weitergegeben habe, jedenfalls habe ich mich totgelacht, als der darauf meinte: „Der, der hat doch noch nie ein Kindergesicht gehabt".
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20) 2002) Simon Thaur, ist u.a. der Chef des Kitkat Club in Berlin, Pornofilmproduzent und mittlerweile auch Musikproduzent. Über Film und Musik haben wir uns gefunden und stundenlange Telefongespräche geführt, z.B. wie man das Niveau in Pornofilmen durch gute Handlung und Dialoge heben kann. Für mich ist er nicht nur ein Genie; wenn ich jemals sagen sollte, daß es für mich eine platonische Liebe zu einem Mann gibt, dann empfinde ich sie für ihn. Wohlgemerkt platonisch, denn ich bin nicht mal zu einem Prozent schwul.
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Mein erstes verfilmtes Drehbuch (... für einen Pornofilm - Berlin 2002). Ich hatte eine derartige Wut im Bauch über meinen Chef in der Bank, daß ich auf der Zugfahrt zu ihm nach Stuttgart anfing, ein Drehbuch über einen Banküberfall mit Geiseldrama zu schreiben. Als ich es Simon Thaur schickte, sagte er sofort: „Das verfilme ich ... aber du mußt dabeisein." Da kam ich dann 14 Tage nach Berlin, um bei der Filmumsetzung zu helfen, und beim fertigen Film heißt es dann auch: Nach einer Idee von Arild Rafalzik ... denn ich steh´ zu meinen Arbeiten! Zum Pornofilm nur noch kurz folgendes: In amerikanischen Filmen schlagen sie Leuten die Köpfe ab oder massakrieren sich im Dutzend, aber bei einer Nacktszene oder pornographischen Einlagen bekommen die „Amis" Zustände, reden von Schmutz, Dreck und Perversität. Ich habe nie verstanden, warum man alle möglichen verfilmten Grausamkeiten als spannend oder als normal ansehen kann („toll ... hast du gesehen, wie der die niedergemäht hat!"). Vielleicht ist es auch nur eine gesellschaftliche Frage ... sind das Perverse, die nackt herumlaufen (z.B. FKK), oder sind sie gesünder und normaler von ihrer Einstellung her als die anderen? Für mich ist es vom Grundprinzip her einfach - Sex ist normal, und Mord ist es nicht!
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Ordnung hineinbringen! ... wie eben normal am Set ...
selbstverständlich auch beim Avantgarde-Film. Denn Film ist vor allem Disziplin
und Konzentration. Die Akteure waren auch total nett ... nein, mehr noch,
geradezu liebenswert. Einer nicht, ein Typ, den ich in die Kategorie „Ficker"
einreihen würde und der im Film logischerweise auch einen Gangster spielte. Der
stellte sich in einer Drehpause und in Anwesenheit aller Mitwirkenden
provozierend vor mich hin und meinte: „Wieso machst du hier nicht mit oder
bist nackt? Du glaubst wohl, du bist etwas Besseres!" Ich sagte daraufhin
zu ihm: „Schau, ich helfe euch, mit den Rollen klarzukommen, überwache das
Drehbuch und bin auch für die Deko und den Service zuständig, und selbst
mitzuspielen wäre für mich auch kein Problem. Aber wenn ich mitspielen würde,
dann wärst du nicht mit dabei ... willst du das?" Er sagte kein Wort mehr
und zog ab, und die anderen lachten, sie lachten aus Freude, weil ich
diesem Großmaul erfolgreich Paroli geboten hatte. |
| 21) Die „Lumpi" und ich 2002 bei Dreharbeiten. In Thaurs
Filmen war sie schon immer mein „Liebling", da lief sie meist mit ein
oder zwei anderen Mädchen fast splitternackt am hellichten Tag durch Berlin.
Einfach unglaublich mutig fand ich das, aber sie sagte mir später einmal dazu:
„Durch die Kamera, die mir folgte, hatte ich immer das Gefühl, beschützt zu
sein." |
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Anmerkung zu Bild links)
Vor gut zehn Jahren zierten Nacktfotos von schwangeren Frauen die Titelblätter
vieler großer Illustrierten (Stern).
Damals zeigten Frauen, im Sinne der Anerkennung ihrer Natürlichkeit, ein tolles
Selbstbewußtsein. Aber gelebte Natürlichkeit bringt kein Geld, weshalb man mittlerweile die operative Schönheit Als ich Thaur fragte, ob sie in unserem Film mitspielen könnte, meinte er:
„Nein, das geht schlecht, sie ist schwanger, und wenn wir zu drehen beginnen,
dann ist sie bestimmt schon im achten oder neunten Monat." Da sagte ich:
„Och, das macht doch nichts, eine hübsche, schlanke Geisel, das wirkt eh so
gestellt ... also für die Dramaturgie wäre das sogar noch besser." Die
„Lumpi" hat es auch so empfunden, kam und war trotz enormem „Babybauch"
am Set völlig unkompliziert. Als ich sie etwas anflirtete: „... also mit dir
hätte ich auch ganz gern ein gemeinsames Foto", meinte sie: „Is doch
keen Problem", zog sich nackt aus und stellte sich neben mich. Eimal sagte ich ihr, daß ich gerade in ihren „Breaking Taboos"-Filmen (die ja mitten in Berlin ge- dreht wurden) weit mehr sehe als nur die Freude der Video-Voyeure über die Reaktion der Leute auf der Straße, denen sie da nackt über den Weg gelaufen ist. Für mich bestünde das Besondere dieser Filme vor allem auch in ihrer Zeitlosigkeit. Denn selbst oder gerade wenn man sich diese Filme (der überschwenglichen Verrücktheit!) in 30 oder 40 Jahren ansieht, würde man nur so staunen, egal ob über die veralteten Autos oder die bis dahin veränderten Straßenzüge, Geschäfte oder die Mode der Leute. Einen zeitlosen Film zu machen oder darin zu agieren, das eben macht die Klasse oder Genialität aus. „Och, so hab´ ich das noch gar nicht gesehen", sagte sie darauf. |
Steigerungen sind immer möglich! ... and now |
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| 23)
2008 wird Michael Verhoeven
auf dem Filmfest München von Pfarrer Eckart Bruchner, im Rahmen des
One-Future-Preises, mit einem überaus verdienten Ehrenpreis
ausgezeichnet. Filmaufzeichnung (Filmfest/Black Box) in HDV/16:9 ca. 40 Minuten |
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| 24) Michael Ballhaus 2011 |
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| "Alles Roger beim Ballhaus!" Es ist schon seltsam, wenn die Filme die man einmal mochte, fast niemand mehr kennt. Innerhalb einer Woche (im Juni 2011) traf ich Michael Ballhaus (Arthur Brauss, siehe Filminterviews) und Roger Corman. Und gerade diese Gespräche waren für mich mal wieder eine so unterhaltsame Reise in die Vergangenheit. Viel Freude mit den alten Herren! | |
25) Roger Corman 2011 |
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